Talent-Trends Deutschland

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In den letzten zwölf Monaten standen Personalverantwortliche vor einer Vielzahl großer Herausforderungen: Remote- und Hybridarbeit und die Rückkehr ins Büro, zunehmende Neuinstellungen, aber auch Personalabbau, und dabei noch den Bedürfnissen einer generationsübergreifenden Belegschaft gerecht werden – die Liste ist lang. Trotz der zunehmend wichtigen Rolle, die Künstliche Intelligenz (KI) am Arbeitsplatz einnimmt, bleibt eines unverändert: die Bedeutung des Menschen und seiner angeborenen Fähigkeiten.

Der Schlüssel zum zukünftigen Erfolg liegt nicht nur in technologischen Innovationen wie KI, sondern vor allem in den Menschen, die diese Technologien entwickeln und nutzen. In einer Welt, die zunehmend von Automatisierung und digitalen Trends geprägt ist, bleiben Mitarbeiter:innen die entscheidende Ressource für den langfristigen Erfolg von Unternehmen. Doch damit diese den maximalen Mehrwert schaffen können, benötigen sie nicht nur technologische Kompetenz, sondern auch Fähigkeiten wie Kreativität, emotionale Intelligenz und Führungsstärke, um Technologien effektiv zu steuern und ihre Potenziale voll auszuschöpfen.

Barbara Wittmann

LinkedIn Country Managerin Deutschland, Schweiz und Österreich

Profile image of Teuila Hanson.

In diesem Report veröffentlichen wir Daten aus dem LinkedIn Economic Graph, der LinkedIn Executive Confidence Index-Umfrage sowie unserer globalen Mitglieder-Community, um ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, wie sich die rasante Verbreitung von generativer KI auf Kandidat:innen, Mitarbeiter:innen und ihre Arbeitsplätze auswirkt.

Zwei Frauen und ein Mann unterhalten sich auf dem Flur über Trends auf dem Arbeitsmarkt.

Sinkende Einstellungsraten in Deutschland und steigende interne Mobilität

In nahezu allen von uns untersuchten Ländern ist ein Trend zu erkennen: Die Einstellungsraten zeigen erste Anzeichen von Verbesserung und Stabilisierung. Doch Deutschland bricht aus diesem Muster aus – hier sind die Einstellungsraten im vergangenen Jahr um 20 % gefallen, im Vergleich zu 16 % im August 2023.(1) Gleichzeitig nimmt die interne Mobilität zu, mit einem Anstieg von 2 % in der gesamten DACH-Region im Vergleich zum Vorjahr.(2) Das zeigt, dass Unternehmen zwar weniger neue Mitarbeiter:innen einstellen, aber zunehmend auf die Versetzung und Beförderung innerhalb der eigenen Reihen setzen.

Während einige Branchen den allgemeinen Trends trotzen, erlebt die deutsche Tech-Industrie einen anhaltenden Einstellungsstopp, zeigt jedoch erste Zeichen einer Erholung.Ein Beispiel dafür ist ZEISS, ein führendes Unternehmen für technische Lösungen, das vor der Herausforderung stand, spezialisierte Talente für das hochspezialisierte Produktportfolio zu finden. Auch im Einzelhandel und im Baugewerbe sind positive Entwicklungen im Recruiting zu verzeichnen.

Grafik, die die jährliche Einstellungsrate auf LinkedIn von August 2023 bis August 2024 darstellt.

Gleichzeitig nimmt die interne Mobilität zu, mit einem Anstieg von 2 % in der gesamten DACH-Region im Vergleich zum Vorjahr.

Stat showing 6% increase in internal mobility year-over-year.
Portrait von Enzo Weber

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer tiefgreifenden Transformation. Für den Erfolg kommt es auf eine neue Dynamik an, bei Investitionen, Innovationen – und Jobs. Zentral ist eine gezielte Weiterentwicklung von Beschäftigten in aufstrebende Bereiche, in denen ihre Fähigkeiten gebraucht werden. Der neue Indikator für Reallokation und Arbeitsmarktdynamik – das IAB-LinkedIn-Branchenwechsel-Radar – ist allerdings über Jahre gesunken. Erst zuletzt zeigt sich eine Trendwende. Diese gilt es mit einer zukunftsweisenden Arbeitsmarkt-, Qualifizierungs- und Personalpolitik zu unterstützen.


Mann sitzt draußen an einem Tisch und hält ein Telefon in der Hand. Er recherchiert am Laptop Trends in der KI.

Der richtige Zeitpunkt für generative KI (GKI) ist jetzt

#1

den Zeitaufwand für routinemäßige, aber notwendige Aufgaben reduzieren

#2

die Produktivität steigern

 

 

#3

die Kapazitäten für strategisches und kreatives Denken freimachen

 

Die zahlreichen Vorteile der GKI sind in nahezu allen Branchen deutlich zu erkennen, von der Effizienzsteigerung zeitaufwändigen Verwaltungsaufgaben bis hin zur Unterstützung bei komplexeren Arbeitsprozessen. Es ist daher kaum überraschend, dass 92 % der Führungskräfte in Deutschland mindestens einen Weg sehen, wie KI ihren Mitarbeiter:innen zugutekommen kann. Diese drei Vorteile von KI heben Führungskräfte in der Umfrage besonders hervor: Sie kann 'den Zeitaufwand für routinemäßige, aber notwendige Aufgaben reduzieren', 'die Produktivität steigern' und 'die Kapazitäten für strategisches und kreatives Denken freimachen'. (3)

Potrait von Jonathan Van Gutzeit

Generative AI ist für uns nicht nur ein technologisches Werkzeug, sondern auch Wegbereiter und Katalysator für Innovation. Sie bietet unseren Mitarbeitenden die Möglichkeit, Routineaufgaben effizienter zu gestalten und sich auf kreative, wertschöpfende Tätigkeiten zu konzentrieren. Unternehmen, die ihren Teams den Zugang zu diesen Fähigkeiten ermöglichen, schaffen nicht nur Produktivitätsvorteile, sondern fördern auch die persönliche und berufliche Weiterentwicklung – ein entscheidender Faktor in einer sich ständig verändernden Arbeitswelt.


Zwei Frauen sitzen mit ihren Laptops fokussiert an einem Tisch und sprechen über Einstellungstrends, während im Hintergrund ein Mann und eine Frau Kaffee trinken und sich unterhalten

Personalverantwortliche werden einen größeren Fokus auf Soft Skills setzen

Obwohl die Einstellungsraten in vielen Branchen sinken, wollen 85 % der deutschen Führungskräfte nächstes Jahr neue Mitarbeiter:innen einstellen. Sie suchen vor allem nach Anpassungsfähigkeit und anderen Soft Skills. Unsere Daten zeigen: 63 Prozent wollen im nächsten Jahr vor allem Kandidat:innen einstellen, deren Soft Skills in verschiedenen Rollen einsetzbar sind.

63 % der Führungskräfte in Deutschland planen, vorrangig Bewerber:innen mit Soft Skills einzustellen
Potrait von Frauke Klos

Bereits im Einstellungsprozess wollen wir den Unterschied machen – und dies nicht nur im Rahmen unserer Candidate Experience, sondern auch durch den Einsatz innovativer Technologien wie KI. Im Sinne unserer Unternehmenskultur folgen wir dem Prinzip „Human in the Loop“, bei dem KI die Grundlage liefert und der Mensch diese verfeinert. Darüber hinaus können wir durch die Förderung eines reflektierten Umgangs mit KI einen Beitrag zur Entwicklung relevanter Zukunftskompetenzen bei unseren Kolleginnen und Kollegen leisten, die auch in Zukunft bei der Auswahl von Mitarbeitenden eine zunehmend größere Rolle spielen werden.


Ein Mann arbeitet am Esstisch und informiert sich über berufliche Weiterbildungen, während im Hintergrund Kinder und ein Hund zu sehen sind.

Die Einführung von KI geht Hand in Hand mit umfassender Kompetenzentwicklung

Unternehmen nutzen KI hauptsächlich, um ihre Effizienz und Produktivität zu steigern, erkennen aber auch signifikante Verbesserungen in der Weiterbildung und Kompetenzentwicklung ihrer Angestellten.

 

Unsere Daten zeigen, dass Mitarbeiter:innen mit GKI-Kenntnissen viermal häufiger Fähigkeiten im Bereich Design Thinking und dreimal häufiger Fähigkeiten im kritischen Denken entwickeln. (4) Zudem zeigt sich weltweit, dass bei intensiver Nutzung von KI die Beförderungsraten fünfmal höher sind als in Unternehmen mit einem geringeren KI-Einsatz.(5)

Portrait von Joseph Greve

Bei Evonik spielt das "Digital Upskilling" eine zentrale Rolle in der Weiterbildung unserer Belegschaft, da es unsere Mitarbeiter:innen befähigt, effektiv, effizient und sicher in digitalen Umgebungen zu arbeiten. Mit der Einführung unserer Evonik GPT-Anwendung legen wir den Fokus aktuell auf die Nutzung von KI im beruflichen Kontext, um die Produktivität zu steigern und die operative Effizienz zu fördern. Darüber hinaus bietet KI die Chance, den individuellen Lernprozess zu unterstützen, indem sie bspw. als digitaler Lerncoach fungiert.


Wir stehen erst am Anfang dieser gemeinsamen Reise

Methodik

Die LinkedIn Hiring Rate (LHR) berechnet sich aus der Anzahl der LinkedIn-Mitglieder, die im selben Monat, in dem sie eine neue Stelle antraten, diesen neuen Arbeitgeber in ihrem Profil ergänzten. Diese Zahl wird ins Verhältnis gesetzt zur Gesamtzahl der LinkedIn-Mitglieder im jeweiligen Land. Wir nutzen stets die neuesten Daten, um monatliche Vergleiche zu ermöglichen und Verzögerungen in der Profilaktualisierung zu berücksichtigen.



„Interne Mobilität“ bezeichnet den Wechsel eines/einer Angestellte:n auf eine neue Position innerhalb des Unternehmens, einschließlich horizontaler Wechsel und Beförderungen. Unternehmen mit weniger als 100 solcher Wechsel wurden nicht berücksichtigt.


Die vierteljährliche LinkedIn Executive Confidence Index (ECI)-Umfrage wird unter etwa 5.000 Mitgliedern auf VP-Ebene oder höher durchgeführt. Sie findet in 11 Ländern statt, darunter USA, Indien und Deutschland. Die aktuellen Umfragedaten vom 12. bis 26. Juni 2024 repräsentieren die Ansichten dieser Führungskräfte. Teilnehmer:innen werden zufällig ausgewählt und müssen sich anmelden. Wir werten die Daten nach Dienstalter und Branche aus und achten auf die Privatsphäre der Mitglieder. Die Daten werden nach Seniorität und Branche gewichtet, um eine repräsentative Darstellung der Führungskräfte auf der Plattform zu gewährleisten. Die Ergebnisse spiegeln die Welt aus der Sicht der LinkedIn-Mitglieder wider; Abweichungen zwischen der LinkedIn-Mitgliedschaft und der Gesamtmarktbevölkerung werden nicht berücksichtigt.


Die Anzahl der Mitarbeiter:innen mit GKI-Kompetenzen, z.B. ChatGPT, wird durch die LinkedIn-Mitglieder bestimmt, die solche Fähigkeiten in ihrem Profil angegeben haben. Die Gesamtbeförderungsrate basiert auf dem Median der Verhältnisse von Beförderungen zur durchschnittlichen Gesamtzahl der Mitarbeiter:innen der letzten 12 Monate. Ähnlich wird die Beförderungsrate für Führungskräfte berechnet, indem das Medianverhältnis der Beförderungen auf Führungsebene zur durchschnittlichen Gesamtzahl der Mitarbeiter:innen verwendet wird. Diese Berechnungen gelten nur für Unternehmen mit mehr als 100 Vollzeitmitarbeiter:innen.


Die Wahrscheinlichkeit, einen Soft Skill zu entwickeln, wird durch einen Vergleich ermittelt. Zuerst betrachten wir den Anteil der GKI-qualifizierten Mitglieder, die sich in einem bestimmten Soft Skill weitergebildet haben. Diesen Anteil setzen wir ins Verhältnis zum Anteil der nicht GKI-qualifizierten Mitglieder, die dieselbe Weiterbildung in den letzten 12 Monaten absolviert haben.

Mehr über die Global Talent Trends in verschiedenen Sprachen:

Mehr über die regionalen Global Talent Trends.

Haben Sie Fragen? Kommentare? Feedback? Die Hauptverantwortliche für den Bericht, Becki Murphy, steht gerne zur Verfügung.


Auf unserem Talent-Blog und auf LinkedIn finden Sie weitere Trends und Einblicke in die Personalentwicklung.

Jetzt beraten lassen

Interesse an LinkedIn Talent Solutions? Wir helfen Ihnen gerne weiter.

 

Interesse an LinkedIn Talent Solutions? Wir helfen Ihnen gerne weiter.